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ROAS (Return on Ad Spend)

Der Umsatz, der pro ausgegebenem Werbe-Euro erzielt wird — ein Maß für die Effizienz bezahlter Akquisitionskanäle, nicht für die Profitabilität.

Was ist ROAS?

ROAS (Return on Ad Spend) — auf Deutsch Werberendite oder Rendite auf Werbeausgaben — misst, wie viel Umsatz pro ausgegebenem Werbe-Euro erzielt wird. Ein ROAS von 4:1 bedeutet, dass für jeden investierten Euro in Werbung vier Euro Umsatz generiert wurden. ROAS ist die zentrale Effizienzmetrik für bezahlte Akquisitionskanäle und wird für Google Ads, Meta Ads, LinkedIn Ads und andere Plattformen einzeln sowie kanalübergreifend gemessen.

Wichtig zu verstehen: ROAS misst Umsatzeffizienz, nicht Profitabilität. Ein hoher ROAS garantiert keine Profitabilität, wenn die Produktmargen niedrig sind oder die Betriebskosten hoch. Im B2B-SaaS-Kontext muss ROAS immer im Zusammenhang mit der Bruttomarge, dem CAC und dem langfristigen LTV der gewonnenen Kunden interpretiert werden.

Im DACH-B2B-SaaS-Markt ist ROAS ein englischsprachiger Fachbegriff, der auch in deutschen Marketinggesprächen universell verwendet wird. Das Konzept der "Werberendite" ist zwar eine korrekte Übersetzung, aber in der Praxis wird fast ausschließlich die englische Abkürzung ROAS genutzt.

Wie wird ROAS berechnet?

Die Grundformel für ROAS lautet:

ROAS = Durch Werbung generierter Umsatz ÷ Werbeausgaben

Beispielrechnung:

Werbeausgaben (Google Ads, Meta): 10.000 €/Monat
Attributierter Umsatz: 45.000 €/Monat
ROAS = 45.000 ÷ 10.000 = 4,5 (oder 4,5:1)

Eine häufig übersehene Unterscheidung ist die zwischen Plattform-ROAS und Blended ROAS:

ROAS-Typ Berechnung Einsatzbereich
Plattform-ROAS Plattform-Attribution ÷ Kanalausgaben Optimierung innerhalb eines Kanals
Blended ROAS Gesamtumsatz ÷ Gesamte Werbeausgaben Kanalübergreifende Budgetsteuerung
True ROAS / MER Gesamtumsatz ÷ Gesamte Marketingkosten (inkl. Agentur, Tools) Vollständige Marketingeffizienz

Im DACH-B2B-SaaS-Kontext ist Blended ROAS die relevantere Kennzahl für strategische Budgetentscheidungen, da Plattform-ROAS strukturell zur Überattribution des eigenen Kanals neigt. Wer ausschließlich auf Plattform-ROAS optimiert, erhält ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Kanaleffizienz.

Was ist ein guter ROAS-Wert?

Der optimale ROAS hängt stark von der Bruttomarge des Unternehmens ab. Als Faustregel gilt: Der Mindest-ROAS für Profitabilität liegt bei 1 / (1 − Bruttomarge). Für ein Unternehmen mit 75 % Bruttomarge ergibt das einen Break-even-ROAS von 4,0.

Unternehmenstyp Typische Bruttomarge Ziel-Blended-ROAS
B2B SaaS 70–85 % 3:1 – 6:1
D2C / E-Commerce (Physisch) 30–50 % 4:1 – 8:1
D2C Subscription 50–70 % 2,5:1 – 5:1 (LTV-basiert)
Marketplace 20–40 % (Take Rate) 5:1 – 15:1

Ein häufiger Fehler im DACH-B2B-SaaS-Bereich ist die direkte Übernahme von US-ROAS-Benchmarks ohne Anpassung an den längeren Verkaufszyklus. Bei B2B-SaaS mit mehrstufigen Entscheidungsprozessen und 3–6 Monaten Verkaufszyklus muss der ROAS auf Basis des gewonnenen ARR (nicht des ersten Monatsbetrags) berechnet werden, um ein realistisches Bild zu erhalten.

Wie Fairview ROAS überwacht

Fairview verbindet Werbeplattformdaten (Google Ads, Meta Ads, LinkedIn Ads) direkt mit CRM- und Abrechnungsdaten und berechnet Blended ROAS sowie True ROAS kanalübergreifend — ohne manuelle Datenexporte oder Excel-Konsolidierung. Statt auf die Attribution der einzelnen Plattform zu vertrauen, arbeitet Fairview mit den tatsächlichen Umsatzdaten aus dem Abrechnungssystem.

Sobald der ROAS in einem Kanal unter den definierten Schwellenwert fällt oder sich die Kanaleffizienz signifikant verändert, gibt Fairview eine Handlungsempfehlung: Welcher Kanal soll skaliert werden, welcher gedrosselt, und wie verteilt sich der LTV der gewonnenen Kunden auf die verschiedenen Akquisitionskanäle. Das gibt Gründern und COOs die Grundlage für evidenzbasierte Werbebudget-Entscheidungen — ohne sich auf die Eigenberichte der Plattformen verlassen zu müssen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ROAS und ROI?

ROAS misst den Umsatz pro ausgegebenem Werbe-Euro — ohne Berücksichtigung von Produktions-, Liefer- oder sonstigen Betriebskosten. ROI (Return on Investment) hingegen bezieht alle Kosten ein und gibt den Nettogewinn im Verhältnis zur Gesamtinvestition an. Ein ROAS von 5:1 kann bei niedrigen Margen trotzdem zu einem negativen ROI führen. Im B2B-SaaS-Kontext sollte ROAS daher immer im Verhältnis zur Bruttomarge und zum CAC interpretiert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Plattform-ROAS und Blended ROAS?

Plattform-ROAS ist der ROAS-Wert, den Google Ads, Meta oder LinkedIn innerhalb ihrer eigenen Plattform berichten — er basiert auf dem Attributionsmodell der Plattform. Blended ROAS ist der kanalübergreifende ROAS, der den Gesamtumsatz durch den gesamten Werbeausgaben dividiert. Blended ROAS ist das realistischere Maß, da Plattform-ROAS strukturell zur Überbewertung des eigenen Kanals neigt. Im DACH-B2B-SaaS-Markt ist Blended ROAS die relevantere operative Kennzahl.

Welcher ROAS-Wert ist für B2B-SaaS profitabel?

Für B2B-SaaS-Unternehmen mit typischen Bruttomargen von 70–80 % gilt ein Blended ROAS von 3:1 als Mindestanforderung für Profitabilität. Erst ab einem ROAS von 4:1–5:1 bleibt nach Abzug aller Kosten ein substanzieller Deckungsbeitrag übrig. Im DACH-B2B-SaaS-Kontext mit längeren Verkaufszyklen und höherem Beratungsaufwand sind ROAS-Werte von 3:1–6:1 realistisch.

Wie beeinflusst das Attributionsmodell den gemessenen ROAS?

Das Attributionsmodell bestimmt, welchem Touchpoint die Konversion zugeschrieben wird — und hat damit direkten Einfluss auf den gemessenen ROAS pro Kanal. Last-Click-Attribution überbewertete in der Regel Suchkampagnen und unterbewertete Upper-Funnel-Kanäle. Data-Driven Attribution verteilt die Konversion auf mehrere Touchpoints und liefert realistischere Kanalwerte. Für eine kanalübergreifend faire ROAS-Bewertung empfiehlt sich Blended ROAS als ergänzende Kennzahl.

Kann ROAS allein als Entscheidungsgrundlage für Werbebudgets verwendet werden?

ROAS allein reicht nicht aus, um Werbebudgets sinnvoll zu steuern. ROAS misst Umsatzeffizienz, nicht Profitabilität. Zwei Kampagnen mit identischem ROAS von 4:1 können völlig unterschiedliche Deckungsbeiträge haben, wenn die Produktmargen unterschiedlich sind. Ergänzend zu ROAS sollten CAC, Contribution Margin pro Kanal und der langfristige LTV der gewonnenen Kunden herangezogen werden. Fairview kombiniert diese Kennzahlen automatisch und zeigt, welche Kanäle wirklich profitabel sind — nicht nur umsatzstark.

Nicht nur berechnen — dauerhaft beobachten

Fairview verfolgt ROAS in Echtzeit über Ihre echten Betriebsdaten — und gibt Ihnen Handlungsempfehlungen, wenn sich etwas verändert.