Was ist MRR?
MRR (Monthly Recurring Revenue) — auf Deutsch monatlich wiederkehrender Umsatz — ist der normalisierte Umsatz, den ein Unternehmen jeden Monat aus aktiven Abonnements erwirtschaftet. MRR umfasst alle wiederkehrenden Vertragsbestandteile, unabhängig von der tatsächlichen Zahlungsfrequenz: Monatszahler, Quartalszahler und Jahreszahler werden einheitlich auf einen monatlichen Betrag normalisiert.
MRR ist die zentrale operative Kennzahl für SaaS-Unternehmen, weil er Wachstumstrends, Churn und Expansionsumsatz in Echtzeit sichtbar macht. Anders als der Buchungswert oder der Gesamtumsatz zeigt MRR, wie viel vorhersehbarer Umsatz tatsächlich jeden Monat "verdient" wird — ein entscheidender Unterschied für die Cashflow-Planung und die Unternehmensbewertung.
Im DACH-B2B-SaaS-Kontext ist MRR die am häufigsten verwendete Kennzahl in Investorengesprächen, Board-Reviews und beim Benchmarking gegen Wettbewerber. Unternehmen, die MRR nicht sauber nach Bewegungstypen aufschlüsseln, treffen regelmäßig Fehlentscheidungen bei der Ressourcenallokation.
Wie wird MRR berechnet?
Die Grundformel für den MRR lautet:
MRR = Anzahl aktiver Kunden × Durchschnittlicher monatlicher Umsatz pro Kunde (ARPU)
Bei gemischten Vertragslaufzeiten wird der Jahresumsatz durch 12 dividiert:
Beispiel: – 50 monatliche Abonnenten à 200 €/Monat = 10.000 € MRR – 10 Jahreszahler à 3.600 €/Jahr = 3.000 € MRR (3.600 ÷ 12) – Gesamt-MRR = 13.000 €
Wichtig: Einmalige Zahlungen (Implementierungsgebühren, Beratungsleistungen, Lizenzkäufe) fließen nicht in den MRR ein. Nur wiederkehrende, vertraglich gesicherte Umsätze werden berücksichtigt.
MRR wird in fünf Bewegungstypen unterteilt, die zusammen den Net New MRR ergeben:
| MRR-Bewegung | Beschreibung | Richtung |
|---|---|---|
| New MRR | Umsatz von neuen Kunden | + |
| Expansion MRR | Upgrades und Upsells bestehender Kunden | + |
| Contraction MRR | Downgrades bestehender Kunden | − |
| Churn MRR | Umsatzverlust durch abgewanderte Kunden | − |
| Reactivation MRR | Reaktivierter Umsatz von zurückgewonnenen Kunden | + |
Was ist ein guter MRR-Wert?
Der MRR selbst ist keine absolute Benchmark — entscheidend ist die Wachstumsrate und die Zusammensetzung der MRR-Bewegungen. Als Orientierung für B2B-SaaS-Unternehmen im DACH-Markt:
| Phase | Typischer MRR-Bereich | Monatliche Wachstumsrate (stark) |
|---|---|---|
| Early Stage | 0 – 83.000 € (bis 1 Mio. € ARR) | 10–20 % |
| Growth Stage | 83.000 € – 833.000 € (1–10 Mio. € ARR) | 5–10 % |
| Scale Stage | 833.000 € + (über 10 Mio. € ARR) | 3–6 % |
Ein gesunder MRR zeichnet sich nicht nur durch Wachstum aus, sondern durch einen hohen Anteil von Expansion MRR. Wenn mehr als 20–30 % des neuen MRR aus Expansion (Upgrades und Upsells) stammt, ist das ein Zeichen für Produktmarktfit und Kundenzufriedenheit.
Wie Fairview MRR überwacht
Fairview verbindet sich direkt mit dem Abrechnungssystem (Stripe, ChargeBee, DATEV, Lexware u. a.) und zieht alle Vertragsdaten in Echtzeit ein. Statt einer monatlichen Momentaufnahme bietet Fairview eine kontinuierliche MRR-Übersicht mit vollständiger Aufschlüsselung aller fünf Bewegungstypen — pro Kundensegment, Kanal und Produkt.
Wenn Churn MRR oder Contraction MRR im Verhältnis zu New MRR steigt, löst Fairview automatisch Warnmeldungen aus und gibt konkrete Handlungsempfehlungen — zum Beispiel, welche Kundensegmente dringend mit einer Retention-Kampagne angesprochen werden sollten. So können Operatoren frühzeitig eingreifen, bevor sich negative MRR-Trends in der Jahresrechnung niederschlagen.