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Magic Number

Die SaaS-Effizienz-Kennzahl, die misst, wie viel neues ARR pro investiertem Euro in Vertrieb und Marketing entsteht — und damit anzeigt, ob die Wachstumsmaschine skalierbar ist.

Was ist die Magic Number?

Die Magic Number ist eine SaaS-Effizienz-Kennzahl, die misst, wie viel neues ARR (Annual Recurring Revenue) ein Unternehmen für jeden Euro generiert, der in Vertrieb und Marketing (S&M) investiert wird. Sie beantwortet die zentrale Frage jeder Wachstumsphase: Lohnt es sich, mehr Kapital in die Akquisitionsmaschine zu stecken — oder muss das Fundament erst optimiert werden?

Ursprünglich von Bessemer Venture Partners popularisiert, ist die Magic Number heute ein Standardbestandteil von SaaS-Board-Reviews und Investor-Decks im DACH-Markt. Eine Magic Number über 0,75 signalisiert, dass die Go-to-Market-Investitionen effizient genug sind, um skaliert zu werden. Unter 0,5 empfiehlt die Kennzahl Zurückhaltung: Mehr Budget in ein ineffizientes System zu investieren beschleunigt den Mittelabfluss, nicht das Wachstum.

Im Kontext des DACH-B2B-SaaS-Markts — wo Sales Cycles typischerweise länger sind und Enterprise-Entscheidungen mehr Abstimmungsrunden erfordern — sind Magic-Number-Werte im Median leicht unter US-Vergleichswerten. Trotzdem bleibt der Schwellenwert von 0,75 die gängige Benchmark, da er die Kapitaleffizienz und nicht absolute Wachstumsgeschwindigkeit bewertet.

Wie wird die Magic Number berechnet?

Die Formel lautet:

Magic Number = (ARR Quartal N − ARR Quartal N−1) × 4 ÷ S&M-Aufwand Quartal N−1

Der Faktor 4 normalisiert den quartalsweisen ARR-Zuwachs auf ein Jahresäquivalent, damit die Kennzahl mit jährlichen S&M-Budgets vergleichbar bleibt.

Konkretes Rechenbeispiel:

ARR Ende Q1: 4.000.000 €
ARR Ende Q2: 4.600.000 €
ARR-Zuwachs Q2: 600.000 €
Annualisiert (× 4): 2.400.000 €
S&M-Aufwand Q1: 800.000 €

Magic Number = 2.400.000 € ÷ 800.000 € = 3,0

→ Für jeden Euro S&M-Invest entsteht 3 € annualisiertes neues ARR.

Ein Wert von 3,0 wäre außergewöhnlich stark. In der Praxis liegen gut aufgestellte Scale-Stage-Unternehmen zwischen 0,75 und 1,5.

Benchmarks nach Unternehmensphase

Die Magic Number variiert je nach Reife des Go-to-Market-Modells und Marktsegment:

Phase / Segment Magic Number Benchmark Interpretation
Early Stage (bis 2 Mio. € ARR) 0,5 – 1,0 Noch im Aufbau des GTM-Playbooks
Growth Stage (2–15 Mio. € ARR) 0,75 – 1,25 Effizientes Wachstum — Skalierung sinnvoll
Scale Stage (15 Mio. € ARR+) 1,0 – 1,5 Top-Quartil; Skalierung mit Hebel
Enterprise-fokussiert (DACH) 0,5 – 0,9 Längere Sales Cycles drücken Kurzsicht-Wert
PLG-getrieben (Self-Serve) 1,5 – 3,0+ Niedriger S&M-Aufwand treibt Wert stark hoch

Wichtig: Ein hoher Magic-Number-Wert bei gleichzeitig hohem Churn ist kein Zeichen für eine gesunde Wachstumsmaschine. Die Magic Number misst Akquisitionseffizienz, nicht Retention. Beide Dimensionen müssen gemeinsam bewertet werden.

Wie Fairview die Magic Number überwacht

Fairview verbindet die ARR-Bewegungen aus dem Abrechnungssystem (Stripe, ChargeBee, DATEV, Lexware u. a.) mit den S&M-Ausgaben aus der Buchhaltung und berechnet die Magic Number automatisch auf Quartalsbasis — ohne manuelle Exporte oder Spreadsheet-Arbeit.

Wenn die Magic Number unter den konfigurierten Schwellenwert fällt oder sich über zwei aufeinanderfolgende Quartale verschlechtert, löst Fairview eine automatische Benachrichtigung aus und zeigt, ob die Ursache auf der ARR-Seite liegt (verlangsamtes Wachstum, höherer Churn) oder auf der Kostenseite (steigende S&M-Ausgaben ohne proportionalen ARR-Zuwachs). So können COOs und Gründer gezielt eingreifen, bevor eine schlechte Magic Number zur Investorenfrage wird.

Häufige Fragen

Wie wird die Magic Number berechnet?

Die Magic Number wird berechnet, indem die Veränderung des ARR im Quartal (aktuelles Quartal minus Vorquartal, annualisiert mit Faktor 4) durch den S&M-Aufwand des Vorquartals dividiert wird. Formel: Magic Number = (ARR Q2 − ARR Q1) × 4 ÷ S&M-Aufwand Q1. Der Faktor 4 normalisiert den quartalsweisen ARR-Zuwachs auf ein Jahresäquivalent, damit die Kennzahl mit jährlichen Budgets vergleichbar bleibt.

Was ist ein guter Magic Number Wert für B2B-SaaS?

Für B2B-SaaS-Unternehmen gilt: Eine Magic Number über 0,75 signalisiert effizientes Wachstum, das es rechtfertigt, die S&M-Investitionen zu erhöhen. Zwischen 0,5 und 0,75 ist die Effizienz akzeptabel, aber verbesserungswürdig. Unter 0,5 muss die Akquisitionsmaschine optimiert werden, bevor mehr Kapital investiert wird. Top-quartile B2B-SaaS-Unternehmen erreichen Werte zwischen 1,0 und 1,5.

Was ist der Unterschied zwischen Magic Number und Burn Multiple?

Beide Kennzahlen messen Kapitaleffizienz, aber aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Magic Number misst, wie viel ARR pro Euro S&M-Aufwand generiert wird — sie fokussiert auf die Effizienz des Vertriebs- und Marketingapparats. Das Burn Multiple misst, wie viel Netto-Cash für jeden Euro neues ARR verbrannt wird — es erfasst alle Unternehmenskosten inklusive R&D und G&A. Für einen vollständigen Effizienzüberblick empfiehlt sich die Kombination beider Kennzahlen.

Warum kann die Magic Number irreführend sein?

Die Magic Number hat bekannte Schwächen: Sie reagiert verzögert (S&M-Investitionen aus Q1 führen oft erst in Q2 oder Q3 zu ARR-Wachstum), sie ignoriert Churn (hoher New-ARR-Zuwachs kann durch hohen Churn neutralisiert werden), und sie misst nur S&M-Kosten. Für eine belastbare Effizienzanalyse sollte die Magic Number immer zusammen mit dem CAC Payback und dem Burn Multiple betrachtet werden.

Wie verbessert man die Magic Number?

Es gibt zwei Hebel: entweder den ARR-Zuwachs pro S&M-Euro erhöhen (bessere Lead-Qualifizierung, kürzere Sales Cycles, höhere Win-Rates) oder den S&M-Aufwand bei gleichem ARR-Zuwachs senken (effizientere Kanäle, Product-led-Growth-Elemente, stärkere Inbound-Komponente). Im DACH-Markt ist oft eine Kombination aus länger qualifizierten Sales Cycles und gezieltem Account-Based Marketing der effektivste Weg.

Magic Number automatisch berechnen

Fairview verbindet ARR-Daten und S&M-Ausgaben und berechnet Ihre Magic Number quartalsweise — ohne Spreadsheets, ohne manuelle Exporte.