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ARR (Annual Recurring Revenue)

Der auf ein Jahr normalisierte Gesamtwert aller wiederkehrenden Abonnementumsätze — die Nordstern-Kennzahl für SaaS-Unternehmen und der primäre Eingabewert für Unternehmensbewertungen.

Was ist ARR?

ARR (Annual Recurring Revenue) — auf Deutsch jährlich wiederkehrender Umsatz — ist der Gesamtwert aller wiederkehrenden Abonnementumsätze, normalisiert auf ein Jahr. ARR ist die strategische Nordstern-Kennzahl für SaaS-Unternehmen: Sie gibt an, wie viel vorhersehbarer, vertraglicher Jahresumsatz ein Unternehmen generiert, und dient als primärer Eingabewert für Unternehmensbewertungen, Fundraising-Runden und strategische Planung.

ARR schließt ausschließlich wiederkehrende Umsätze ein — keine Einmalzahlungen, keine Beratungsleistungen und keine variablen Nutzungsgebühren, sofern diese nicht vertraglich gesichert sind. Diese Abgrenzung ist wichtig, weil ARR die Qualität und Vorhersehbarkeit des Umsatzes abbildet, nicht nur dessen Höhe.

Im DACH-B2B-SaaS-Kontext ist ARR die Standardkennzahl für externe Kommunikation — mit Investoren, Acquirern und Partnern. Unternehmen, die ARR sauber berechnen und von einmaligen Umsätzen trennen, wirken professioneller und erzielen in der Regel höhere Bewertungsvielfache.

Wie wird ARR berechnet?

Die einfachste ARR-Formel lautet:

ARR = MRR × 12

Alternativ kann ARR direkt aus den Vertragsdaten berechnet werden:

ARR = Summe aller aktiven Jahresverträge (annualisiert)

Beispiel:
– 80 Kunden mit Jahresvertrag à 6.000 €/Jahr = 480.000 € ARR
– 20 Kunden mit Monatsvertrag à 400 €/Monat = 96.000 € ARR (400 × 12 × 20)
– Gesamt-ARR = 576.000 €

Für die ARR-Bewegungsrechnung werden vier Kategorien unterschieden:

ARR-Bewegung Beschreibung
New ARR ARR aus neu gewonnenen Kunden im Berichtszeitraum
Expansion ARR ARR-Zuwachs durch Upgrades und Upsells bei Bestandskunden
Churn ARR ARR-Verlust durch abgewanderte Kunden
Contraction ARR ARR-Rückgang durch Downgrades bei Bestandskunden

Was ist ein guter ARR-Wert?

Der ARR-Wert selbst ist relativ — wichtiger sind die Wachstumsrate und das Verhältnis zu anderen Kennzahlen. Im DACH-B2B-SaaS-Kontext gelten folgende Orientierungswerte:

ARR-Meilenstein Bedeutung Typisches Wachstumsziel (jährl.)
100.000 € ARR Früher Produktmarktfit-Nachweis 100–200 %
1 Mio. € ARR Series A-reife, Wachstumsphase 80–150 %
10 Mio. € ARR Series B-reife, Go-to-Market-Skalierung 50–80 %
50 Mio. € ARR Mid-Market-Leader, Profitabilität im Fokus 30–50 %

Die "Rule of 40" ist im DACH-B2B-SaaS-Markt ein weit verbreitetes Effizienzmaß: Wachstumsrate (in %) + EBITDA-Marge (in %) sollten zusammen mindestens 40 ergeben. Ein Unternehmen mit 60 % jährlichem ARR-Wachstum darf demnach eine EBITDA-Marge von −20 % ausweisen und gilt noch als effizient geführt.

Wie Fairview ARR überwacht

Fairview berechnet ARR kontinuierlich aus den verbundenen Datenquellen — Abrechnungssystem, CRM und Vertragsdatenbank — und stellt alle vier ARR-Bewegungstypen in einer einheitlichen Ansicht dar. Statt monatlicher Berichte, die immer einen Monat hinterherhinken, haben Operatoren jederzeit den aktuellen ARR-Status im Blick.

Besonders wertvoll ist die ARR-Prognose in Fairview: Auf Basis aktueller Churn-Signale, Pipeline-Daten und Verlängerungsquoten berechnet Fairview, welcher ARR in den nächsten 30, 60 und 90 Tagen gefährdet ist — und welche Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit der ARR-Verteidigung erhöhen. Das gibt Gründern und COOs die Sicherheit, nicht erst im Quartalsabschluss von negativen ARR-Entwicklungen überrascht zu werden.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ARR und Gesamtumsatz?

ARR umfasst ausschließlich wiederkehrende, vertraglich gesicherte Umsätze, die auf das Jahr normalisiert sind. Einmalige Zahlungen wie Implementierungsgebühren, Beratungsleistungen oder nicht-wiederkehrende Lizenzkäufe zählen nicht zum ARR. Der Gesamtumsatz schließt alle Einnahmen ein. Investoren bevorzugen ARR, weil er die Vorhersehbarkeit und Qualität des Umsatzes besser abbildet als der Gesamtumsatz.

Wie wird ARR bei einem Unternehmenskauf bewertet?

Im M&A-Kontext werden SaaS-Unternehmen in der Regel mit einem Vielfachen des ARR bewertet — typischerweise 3×–10× ARR, abhängig von Wachstumsrate, Bruttomarge, NRR und Marktgröße. Unternehmen mit über 40 % jährlichem Wachstum, hoher NRR und niedrigem Churn erzielen die höchsten ARR-Multiples. Im DACH-Markt sind die Multiples historisch etwas niedriger als in den USA, nähern sich jedoch zunehmend an.

Sollte ARR oder MRR als primäre Kennzahl verwendet werden?

MRR ist die operative Steuerungsgröße für den Tagesbetrieb — er zeigt monatliche Veränderungen in Wachstum und Churn in Echtzeit. ARR ist die strategische Kennzahl für Investorengespräche, Board-Reviews und Unternehmensvergleiche. Für die interne Planung ist MRR besser geeignet; für externe Kommunikation und Benchmarking ist ARR die Standardkennzahl. Beide Werte sollten im Reporting vorhanden sein.

Was ist ARR-Wachstum und welche Rate gilt als gut?

ARR-Wachstum bezeichnet die prozentuale Veränderung des ARR gegenüber dem Vorjahr. Für B2B-SaaS-Unternehmen im Wachstumsstadium (1–10 Mio. € ARR) gilt jährliches Wachstum von 80–150 % als stark. Im Scale-Stadium (über 10 Mio. € ARR) sind 50–80 % Jahreswachstum exzellent. Die "Rule of 40" (Wachstumsrate + Profitmarge ≥ 40 %) ist ein häufig verwendetes kombiniertes Effizienzmaß im DACH-SaaS-Markt.

Wie beeinflusst die Net Revenue Retention (NRR) den ARR?

NRR (Net Revenue Retention) misst, wie viel ARR aus dem bestehenden Kundenstamm im Jahresvergleich verbleibt — nach Churn, Downgrades und Upgrades. Eine NRR über 100 % bedeutet, dass der ARR aus bestehenden Kunden wächst, selbst ohne Neukundengewinnung. Das ist das stärkste Signal für Produktmarktfit in einem SaaS-Unternehmen. Best-in-class B2B-SaaS-Unternehmen erreichen NRR-Werte von 110–130 %.

Nicht nur berechnen — dauerhaft beobachten

Fairview verfolgt ARR in Echtzeit über Ihre echten Betriebsdaten — und gibt Ihnen Handlungsempfehlungen, wenn sich etwas verändert.