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Win Rate (Abschlussquote)

Die Win Rate gibt an, welcher Prozentsatz der Verkaufschancen als Closed-Won endet. Sie misst die Effektivität des Vertriebs und ist einer der vier Faktoren, die die Sales Velocity bestimmen.

Was ist die Win Rate?

Die Win Rate — auch Abschlussquote oder Gewinnrate genannt — misst den prozentualen Anteil der Verkaufschancen (Opportunities), die ein Vertriebsteam als Closed-Won abschließt. Sie wird berechnet, indem die Anzahl der gewonnenen Deals durch die Gesamtzahl der abgeschlossenen Opportunities geteilt wird — also gewonnen plus verloren im gleichen Zeitraum.

Die Win Rate ist eine der wichtigsten KPIs im B2B-Vertrieb, weil sie direkt die Effizienz des Vertriebsprozesses widerspiegelt. Eine Verbesserung der Win Rate bedeutet, dass das Team mehr aus der vorhandenen Pipeline herausholt — ohne dass mehr Leads generiert oder mehr Vertriebsmitarbeiter eingestellt werden müssen. Für RevOps-Teams ist die Win Rate deshalb eine der wirkungsvollsten Stellschrauben für Umsatzwachstum.

Im DACH-B2B-SaaS-Kontext wird die Win Rate üblicherweise monatlich oder quartalsweise ausgewertet und nach mehreren Dimensionen segmentiert: nach Vertriebsmitarbeiter, nach Kundensegment (SMB, Mid-Market, Enterprise), nach Deal-Größe und nach dem ursprünglichen Akquisitionskanal. Diese Segmentierung zeigt, wo der Vertriebsprozess stark ist und wo gezielte Verbesserungen den größten Hebeleffekt haben.

Formel und Berechnung

Die Standardformel für die Win Rate im B2B-Vertrieb:

Win Rate (%) = (Gewonnene Deals ÷ (Gewonnene Deals + Verlorene Deals)) × 100

Rechenbeispiel für ein B2B-SaaS-Unternehmen im ersten Quartal:

Gewonnene Deals: 24
Verlorene Deals: 56
Win Rate = (24 ÷ 80) × 100 = 30,0 %

Wichtige Abgrenzung: In die Win-Rate-Berechnung fließen ausschließlich abgeschlossene Opportunities ein — also Deals, die entweder als Closed-Won oder Closed-Lost markiert wurden. Offene, noch aktive Opportunities werden nicht in den Nenner eingerechnet. Das stellt sicher, dass die Win Rate den tatsächlichen Abschluss-Erfolg misst und nicht durch noch laufende Deals verzerrt wird.

Für eine präzisere Analyse empfiehlt sich die Segmentierung nach Deal-Wert:

Segment Win Rate (Benchmark) Typischer ACV-Bereich
SMB (Self-Service / PLG) 35–50 % unter 5.000 €/Jahr
Mid-Market (Sales-Assisted) 20–35 % 5.000–50.000 €/Jahr
Enterprise (Multi-Stakeholder) 15–25 % über 50.000 €/Jahr

Win Rate als Teil der Sales Velocity

Die Win Rate ist einer der vier multiplikativen Faktoren der Sales-Velocity-Formel — neben der Anzahl der Opportunities, dem durchschnittlichen Deal-Wert und der Sales Cycle Length:

Sales Velocity = (Opportunities × Ø Deal-Wert × Win Rate) ÷ Sales Cycle Length

Da die Win Rate multiplikativ wirkt, hat eine Verbesserung dieser Kennzahl direkten Einfluss auf die Umsatzgeschwindigkeit. Ein Unternehmen mit 100 monatlichen Opportunities, 15.000 € Ø Deal-Wert, einer Win Rate von 25 % und einem Sales Cycle von 60 Tagen erzielt eine Sales Velocity von:

Sales Velocity = (100 × 15.000 € × 0,25) ÷ 60 = 6.250 € pro Tag

Bei Win Rate 30 %:
Sales Velocity = (100 × 15.000 € × 0,30) ÷ 60 = 7.500 € pro Tag (+20 %)

Eine Win-Rate-Verbesserung von 25 % auf 30 % — also um 5 Prozentpunkte — erhöht die tägliche Umsatzgeschwindigkeit um 20 %, ohne dass mehr Pipeline aufgebaut oder der Sales Cycle verkürzt werden muss.

Häufige Ursachen für eine niedrige Win Rate

RevOps-Teams, die eine sinkende oder dauerhaft niedrige Win Rate feststellen, sollten systematisch nach den Ursachen suchen. Die häufigsten Muster im DACH-B2B-SaaS-Umfeld:

Unzureichende Qualifizierung: Opportunities werden zu früh oder ohne ausreichenden ICP-Fit in die Pipeline aufgenommen. Das erhöht zwar die Pipeline-Größe, senkt aber strukturell die Win Rate, weil ein großer Teil der Deals nie schließbar war. Gegenmittel: strengere SQL-Kriterien und ein klares ICP-Profil.

Fehlende Discovery: Budget, Entscheidungsstruktur und konkreter Schmerz werden nicht früh genug validiert. Deals, die weit in den Sales-Prozess gelangen, ohne dass diese Faktoren geklärt sind, scheitern häufig in der Abschlussphase — oft mit dem Einwand "internes Budget nicht freigegeben".

Single-Threading: Der Deal hängt an einem einzigen Kontakt. Wenn dieser Kontakt das Unternehmen wechselt, intern keinen Einfluss hat oder sich für einen anderen Anbieter entscheidet, ist der Deal verloren. Multi-Threading — der systematische Aufbau mehrerer Beziehungen im Buying-Committee — verbessert die Win Rate nachweislich.

Preispositionierung: Wenn der wahrgenommene Wert des Produkts den Preis nicht rechtfertigt, scheitern Deals an der kommerziellen Phase. Das ist oft kein Preis-, sondern ein Value-Kommunikationsproblem — die konkreten ROI-Argumente werden nicht früh genug im Sales-Prozess verankert.

Wie Fairview die Win Rate trackt

Fairview verbindet sich direkt mit HubSpot oder Salesforce und berechnet die Win Rate automatisch — nach Vertriebsmitarbeiter, Kundensegment, Deal-Größe, Akquisitionskanal und Zeitraum. Das Pipeline Health-Feature zeigt in Echtzeit, welche Segmente unter der Ziel-Win-Rate liegen, welche Deals das größte Abschlussrisiko tragen und wo die häufigsten Abbruchgründe entstehen.

Statt monatlicher manueller CRM-Auswertungen liefert Fairview wöchentliche Insights zur Win-Rate-Entwicklung und identifiziert systematisch, ob Veränderungen auf Qualifizierungs-, Prozess- oder Produkt-Ebene zurückzuführen sind. RevOps-Teams nutzen diese Daten, um gezielte Coaching-Maßnahmen einzuleiten und die Pipeline-Qualifizierung kontinuierlich zu verbessern.

Verwandte Kennzahlen

Häufige Fragen

Was ist die Win Rate im Vertrieb?

Die Win Rate (Abschlussquote) ist der prozentuale Anteil der Verkaufschancen, die als Closed-Won enden — berechnet als gewonnene Deals geteilt durch alle abgeschlossenen Opportunities (gewonnen + verloren) in einem definierten Zeitraum. Sie misst, wie effektiv ein Vertriebsteam qualifizierte Pipeline in Umsatz umwandelt.

Wie wird die Win Rate berechnet?

Win Rate (%) = (Anzahl gewonnener Deals ÷ (Anzahl gewonnener Deals + Anzahl verlorener Deals)) × 100. Wichtig: Nur abgeschlossene Opportunities fließen in den Nenner — offene Deals werden nicht eingerechnet. Beispiel: 20 gewonnene Deals, 30 verlorene Deals → Win Rate = 20 ÷ 50 × 100 = 40 %.

Was ist eine gute Win Rate für B2B-SaaS?

Für B2B-SaaS gilt eine Win Rate von 20–30 % als solide, 30–40 % als gut und über 40 % als überdurchschnittlich. Im Enterprise-Bereich sind Win Rates von 15–25 % häufiger. Im SMB-Segment mit höherem Volumen und kürzeren Zyklen sind 25–35 % realistischer. Wichtig: Die Win Rate sollte stets im Kontext der Deal-Qualifizierung betrachtet werden.

Wie hängen Win Rate und Sales Velocity zusammen?

Die Win Rate ist einer der vier Faktoren der Sales-Velocity-Formel: Sales Velocity = (Anzahl Opportunities × Durchschnittlicher Deal-Wert × Win Rate) ÷ Sales Cycle Length. Eine Win-Rate-Verbesserung von 25 % auf 30 % erhöht die Sales Velocity um 20 % — ohne dass mehr Pipeline oder kürzere Zyklen nötig sind.

Was sind häufige Ursachen für eine niedrige Win Rate?

Die häufigsten Ursachen: (1) Schwache Qualifizierung — Opportunities werden ohne ausreichenden ICP-Fit aufgenommen. (2) Fehlende Discovery — Schmerz und Budget werden nicht früh validiert. (3) Single-Threading — der Deal hängt an einem Kontakt ohne ausreichenden internen Einfluss. (4) Preispositionierung — der wahrgenommene Wert deckt den Preis nicht ab.

Wie trackt Fairview die Win Rate?

Fairview verbindet sich direkt mit HubSpot oder Salesforce und berechnet die Win Rate automatisch — nach Vertriebsmitarbeiter, Kundensegment, Deal-Größe, Akquisitionskanal und Zeitraum. Das Pipeline Health-Dashboard zeigt, welche Segmente unter der Ziel-Win-Rate liegen und welche Deals das größte Abschlussrisiko haben.

Win Rate in Echtzeit überwachen

Fairview verbindet Ihr CRM und zeigt Win Rate, Pipeline Health und Sales Velocity nach Segment, Mitarbeiter und Kanal — automatisch, ohne manuelle Auswertung.